Marokko ist ein kontrastreiches, orientalisches Land im Norden Afrikas und bietet unendlich viel zu entdecken.
Vom bunten und lebendigen Marrakesch über das eindrucksvolle, historische Casablanca bis hin zum ruhigen und weiten Atlasgebirge.
Kaum ein anderes Land vereint auf so kleiner Fläche so viele unterschiedliche Eindrücke. Schon nach kurzer Zeit taucht man tief in die arabische Kultur ein: chaotische Souqs voller Farben und Gerüche, atemberaubende Sonnenuntergänge über dem blauen Chefchaouen und wilde Affen an den Wasserfällen des Atlasgebirges.
In diesem Marokko Travel Guide teile ich die wichtigsten Informationen, die du für eine sichere und entspannte Reise durch Marokko brauchst. Du erfährst, welche Sehenswürdigkeiten du nicht verpassen solltest, wie du dich vor Ort am besten bewegst und bekommst Tipps aus meinen eigenen Erfahrungen.
Beste Reisezeit
Das Klima in Marokko unterscheidet sich stark je nach Region. Während im Norden und an den Küsten ein eher mediterranes Klima mit milden Wintern und warmen Sommern herrscht, ist es im Süden in der Sahara deutlich heißer und trockener. Dazwischen prägt das Atlasgebirge mit kühleren Temperaturen und teils rauem Klima das Landesinnere.
Die beste Reisezeit für Marokko liegt meiner Meinung nach im Frühling (März bis Mai) und im Herbst (September bis November). In diesen Monaten lassen sich Marokkos beliebteste Sehenswürdigkeiten wie Marrakesch, Casablanca oder Fès besonders angenehm erkunden. Die Temperaturen sind warm, aber nicht extrem, sodass Sightseeing, Ausflüge und längere Spaziergänge deutlich entspannter sind.
Wir selbst waren im November in Marokko unterwegs und hatten durchgehend angenehmes Wetter mit Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C , ideal für Stadtbesichtigungen, Roadtrips und Ausflüge ins Atlasgebirge, ohne in der Hitze zu zerfließen oder frieren zu müssen.
Route
Ein Roadtrip durch Marokko ist die beste Möglichkeit, das Land auf eigene Faust zu entdecken. Unsere Route startete mit einem Flug nach Marrakesch, der lebhaften und bekanntesten Stadt. Hier verbrachten wir zwei Tage, erkundeten die farbenfrohen Souks, historische Paläste und die Medina. Marrakesch ist der perfekte Startpunkt für jeden Marokko-Trip, da hier Kultur, Kulinarik und Tradition aufeinandertreffen.
Mit dem Mietwagen ging es anschließend weiter nach Casablanca, Marokkos moderne Hafenstadt, mit der Hassan II Moschee, die als eine der wenigen großen Moscheen auch für nicht Muslime betretbar ist, bevor wir die Hauptstadt Rabat erreichten. In Rabat verbrachten wir eine Nacht, besuchten den Hassan-Turm und die Kasbah des Oudaias, ein idealer Stopp auf unserem Roadtrip durch Marokko.
Danach führte uns die Reise in den Norden nach Chefchaouen, der berühmten blauen Stadt im Rif-Gebirge. Ein Übernachtung hier lohnt sich besonders, um die kleinen Gassen, farbenfrohen Häuser und die entspannte Atmosphäre beim Sonnenuntergang zu erleben, ein absolutes Highlight für jede Marokko Reise.
Weiter ging es nach Fès, eine der ältesten Königsstädte Marokkos. Mit zwei Nächten vor Ort hatten wir genügend Zeit, in die historische Medina mit ihren unzähligen Gassen, sehenswerten Läden und uralten Traditionen einzutauchen.
Zum Abschluss unserer Marokko-Route besuchten wir die beeindruckenden Ouzoud-Wasserfälle für eine Nacht. Die Route von Fès führt immer durchs Atlas-Gebirge und bietet unbezahlbare Blicke auf die Berge und auch die ein oder anderen Atlas-Makakken lassen sich blicken. Die Wasserfälle selbst sind eines der schönsten Natur-Highlights Marokkos und ein idealer Abschluss für einen Roadtrip durch das Land. Danach ging es zurück nach Marrakesch, um die Reise entspannt zu beenden.
Highlights und Orte
Marrakesch

Marrakesch war der Startpunkt unserer Marokko-Reise und am Ende auch unser persönliches Highlight. Die Stadt am Fuße des Atlasgebirges hat uns vom ersten Moment an begeistert. Zwischen den verwinkelten Souks der Medina, dem geschäftigen Treiben auf den Straßen und den unzähligen Gerüchen und Farben gibt es an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken.
Tajines köcheln vor kleinen Restaurants, Motorräder drängen sich durch die engen Gassen und die sandfarbenen Gebäude bilden einen spannenden Kontrast zu den bunten Stoffen, Gewürzen und Keramiken der Märkte. Trotz des scheinbaren Chaos hat Marrakesch eine ganz besondere Atmosphäre, die uns sofort in ihren Bann gezogen hat.
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen die Medersa Ben Youssef, der Jardin Majorelle und der Jardin Secret. Unser persönliches Highlight war jedoch der Jemaa el Fnaa. Sobald die Sonne untergeht, verwandelt sich der zentrale Platz in das Herz der Stadt. Zwischen Garküchen, Musikern und Straßenkünstlern versammeln sich Einheimische und Besucher gleichermaßen. Mit einem Glas marokkanischem Minztee in der Hand lässt sich das bunte Treiben perfekt beobachten.
Marrakesch ist laut, lebendig und manchmal überwältigend, genau das macht den besonderen Reiz dieser Stadt aus.
Casablanca

Casablanca ist die größte Stadt Marokkos und ganz anders, als man es vielleicht erwartet. Statt Tausendundeine-Nacht-Flair erwartet einen hier vor allem eine moderne Hafenmetropole. Der Kontrast zum chaotischen Marrakesch war für uns sofort spürbar. Auch Touristen waren deutlich weniger unterwegs als in den anderen Städten des Landes.
Wer nach Casablanca kommt, sollte sich die Hassan-II.-Moschee auf keinen Fall entgehen lassen. Sie gehört zu den größten Moscheen der Welt und ist eine der wenigen Moscheen in Marokko, die auch Nicht-Muslime besichtigen können. Die Führung durch das beeindruckende Bauwerk mit seinen kunstvollen Mosaiken, dem weißen und grünen Marmor sowie den riesigen roten Teppichen war für uns ganz klar das Highlight der Stadt.
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann an der Küstenpromenade entlangspazieren oder das Quartier Habous erkunden. Das Viertel verbindet traditionelle marokkanische Architektur mit französischen Einflüssen und bietet einen schönen Einblick in eine andere Seite Casablancas.
Rabat

Rabat hat uns positiv überrascht. Die marokkanische Hauptstadt wirkt deutlich entspannter und aufgeräumter als viele andere Städte des Landes. Während in Marrakesch das Chaos regiert und Casablanca vor allem modern und geschäftig wirkt, geht es in Rabat deutlich ruhiger zu. Gerade diese Mischung aus historischer Altstadt, breiten Boulevards und der Lage am Atlantik verleiht der Stadt einen ganz besonderen Charme.
Zu den Highlights zählen der Hassan-Turm und das Mausoleum von Mohammed V., die zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Marokkos gehören. Besonders gut gefallen hat uns aber die Kasbah des Oudaias. Die weiß-blauen Gassen erinnern ein wenig an Chefchaouen, sind aber deutlich weniger überlaufen. Von den Stadtmauern aus hat man außerdem einen schönen Blick auf den Atlantik und die Mündung des Bou-Regreg-Flusses.
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann entlang der Küste spazieren oder einfach die entspannte Atmosphäre der Stadt genießen. Rabat gehört vielleicht nicht zu den Städten, die man sofort mit Marokko verbindet, war für uns aber ein angenehmer Zwischenstopp auf dem Weg entlang der Atlantikküste.
Chefchaouen


Chefchaouen zählt wohl zu den bekanntesten Orten Marokkos, und das aus gutem Grund. Die kleine Stadt im Rif-Gebirge ist für ihre blau gestrichenen Häuser und Gassen bekannt und bietet an fast jeder Ecke ein neues Fotomotiv. Beim Spaziergang durch die Medina gibt es immer wieder kleine Plätze, Treppen und Türen zu entdecken, die den besonderen Charme der Stadt ausmachen.
Trotz der vielen Besucher wirkt Chefchaouen deutlich entspannter als die großen Städte des Landes. Es lohnt sich, einfach ohne festes Ziel durch die Gassen zu schlendern und die ruhige Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Ich empfehle unbedingt eine Nacht hier zu verbringen um so bei Sonnenuntergang den kurzen Aufstieg zur Spanischen Moschee zu unternehmen. Von dort bietet sich ein schöner Blick über die Stadt und die umliegenden Berge.
Auch wenn die blauen Gassen längst kein Geheimtipp mehr sind, war Chefchaouen für uns ein lohnender Stopp und einer der Orte, die uns von der Reise noch immer gut in Erinnerung ist.
Fés

Schon beim Betreten der Medina wird klar, dass Fès anders ist als die anderen Städte Marokkos. Die engen Gassen ziehen sich scheinbar endlos durch die Altstadt und hinter jeder Ecke wartet ein neues Geschäft, eine kleine Werkstatt oder ein belebter Markt. Orientierung zu behalten ist hier fast unmöglich, doch genau das macht einen großen Teil des Erlebnisses aus.
Anders als in den moderneren Städten des Landes scheint in Fès vieles noch nach traditionellen Abläufen zu funktionieren. Besonders bekannt sind die Gerbereien, in denen Leder bis heute auf traditionelle Weise verarbeitet wird. Aber auch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es in der Medina unzählige Details zu entdecken, die einen Spaziergang durch die Altstadt so interessant machen.
Fès hat uns nicht mit spektakulären Bauwerken oder Aussichtspunkten begeistert, sondern mit seiner Atmosphäre. Die Stadt ist laut, hektisch und manchmal etwas anstrengend, vermittelt aber wie kaum ein anderer Ort das Gefühl, in das historische Marokko einzutauchen. Gerade deshalb sollte Fès auf keiner Marokko-Reise fehlen.
Atlas Gebirge


Die Strecke zwischen Fès und Marrakesch gehört mit über 500 Kilometern zu den längeren Fahrten unserer Marokko-Rundreise. Um die Fahrt etwas aufzulockern, machten wir einen Abstecher zu den Ouzoud-Wasserfällen im Atlasgebirge. Der Umweg verlängert die Reise zwar etwas, lohnt sich aber vor allem für alle, die neben Städten auch etwas Natur erleben möchten.
Die Ouzoud-Wasserfälle zählen zu den höchsten des Landes und können über mehrere Wege und Aussichtspunkte erkundet werden. Besonders in den unteren Bereichen kommt man dem Wasser sehr nahe. Auf dem Weg begegnet man immer wieder Berbermakaken, die in den umliegenden Bäumen leben und für viele Besucher fast genauso interessant sind wie die Wasserfälle selbst.
Nach den engen Gassen von Fès war es schön, für ein paar Stunden in der Natur unterwegs zu sein. Der Stopp bei den Ouzoud-Wasserfällen war für uns eine gelungene Unterbrechung der langen Fahrt.

